Was ist ein Index?

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt geprüft: Juli 2026

Teil des Lernpfads: Von null zum ersten Investment

Inhalt dieser Seite

Wer sich mit ETFs beschäftigt, stößt schnell auf denselben Begriff: Index. Bekannte Beispiele begegnen dir dabei ständig – aber was misst so ein Index eigentlich genau, und warum kannst du ihn nicht einfach kaufen? Dieser Artikel klärt den Indexbegriff, der auch für das Verständnis von ETFs wichtig ist.

Ein Index als Messlatte für einen Markt

Ein Index ist zunächst nichts anderes als eine Rechengröße: eine Zahl, die fortlaufend aus den Kursen mehrerer ausgewählter Wertpapiere berechnet wird und damit die Entwicklung eines bestimmten Marktes oder Marktausschnitts zusammenfasst. Statt die Kurse hunderter einzelner Unternehmen einzeln zu verfolgen, kannst du an einer einzigen Indexzahl ablesen, wie sich „der Markt" – oder ein klar definierter Ausschnitt davon – insgesamt entwickelt. Genau deshalb wird ein Index häufig auch als Benchmark bezeichnet: als Vergleichsmaßstab, an dem sich die Wertentwicklung einzelner Anlagen messen lässt.

Drei bekannte Beispiele: DAX, MSCI World und S&P 500

Welche Wertpapiere in einen Index aufgenommen werden, legt der jeweilige Indexanbieter nach festen Regeln fest – meist orientiert an einer Region, einem Land oder einer Mindestgröße der Unternehmen. Drei häufig genannte Beispiele:

  • DAX ( Beispiel zur Veranschaulichung — keine Empfehlung. ): fasst große, börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Deutschland zusammen.
  • MSCI World ( Beispiel zur Veranschaulichung — keine Empfehlung. ): bündelt Unternehmen aus zahlreichen Industrieländern weltweit.
  • S&P 500 ( Beispiel zur Veranschaulichung — keine Empfehlung. ): fasst eine große Zahl börsennotierter Unternehmen mit Sitz in den USA zusammen.

Alle drei werden hier ausschließlich genannt, um den Indexbegriff greifbar zu machen – nicht als Empfehlung, in einen bestimmten Index oder einen ihn nachbildenden ETF zu investieren. „DAX", „MSCI World" und „S&P 500" sind Marken der jeweiligen Indexanbieter; sie werden hier nur beschreibend als Beispiele verwendet, nicht um eine Verbindung zu diesen Anbietern nahezulegen.

Drei bekannte Indizes im Überblick (Anschauungsbeispiele, keine Empfehlung). Titelzahlen gerundet, Stand: Juli 2026 – Quellen siehe unten.
IndexRegion/MarktUngefähre Anzahl enthaltener Unternehmen
DAXDeutschland40
MSCI WorldIndustrieländer weltweitrund 1.300
S&P 500USArund 500

Wie ein Index seine Mitglieder gewichtet

Ein Index behandelt nicht automatisch jedes enthaltene Unternehmen gleich. Die meisten bekannten Indizes gewichten ihre Mitglieder nach Marktkapitalisierung: Je höher der Börsenwert eines Unternehmens – also je größer Aktienkurs mal Anzahl der Aktien –, desto stärker schlägt seine Kursentwicklung auf den gesamten Index durch. Ein sehr großes Unternehmen kann den Index damit deutlich stärker bewegen als ein kleines Unternehmen in derselben Indexliste.

Gut zu wissen

Nicht jeder Index gewichtet nach Marktkapitalisierung. Es gibt auch andere Regeln, etwa eine Gleichgewichtung, bei der jedes enthaltene Unternehmen unabhängig von seiner Größe denselben Anteil erhält. Für Einsteiger:innen ist die marktkapitalisierungsgewichtete Variante aber mit Abstand die gebräuchlichste.

Kursindex oder Performanceindex?

Indizes unterscheiden sich außerdem darin, wie sie mit Dividenden umgehen. Ein Kursindex berücksichtigt ausschließlich die reinen Kursveränderungen der enthaltenen Wertpapiere – ausgeschüttete Dividenden fließen nicht mit ein. Ein Performanceindex (manchmal auch Total-Return-Index genannt) rechnet dagegen so, als würden ausgeschüttete Dividenden sofort wieder angelegt; er bildet damit zusätzlich den Dividendeneffekt ab. Welche Berechnungsart ein konkreter Index verwendet, legt der jeweilige Indexanbieter fest – teils werden beide Varianten parallel veröffentlicht. Der DAX etwa wird von der Deutschen Börse sowohl als Kurs- als auch als Performanceindex berechnet; die in den Medien am häufigsten genannte Variante ist dabei der Performanceindex.

Ein Index ist kein Produkt zum Kaufen

So nützlich ein Index als Messlatte ist: Kaufen kannst du ihn nicht direkt. Ein Index ist lediglich eine berechnete Zahl, die ein Indexanbieter veröffentlicht – kein Wertpapier, das über ein Depot gehandelt wird. Genau hier kommt der ETF ins Spiel: Ein ETF ist so konstruiert, dass er die Zusammensetzung eines bestimmten Index in einem handelbaren Anteil nachbildet. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Artikel Was ist ein ETF?.

Welche unterschiedlichen ETF-Arten es gibt, ordnet der Artikel Arten von ETFs ein; worauf du bei der Auswahl eines ETFs achten kannst, zeigt ETF auswählen: die Kriterien. Wie viele unterschiedliche Positionen ein Depot insgesamt braucht, um wirklich breit gestreut zu sein, ordnet außerdem ein späterer Artikel im Strategie-Bereich ein.

Merksatz

Ein Index ist eine Rechengröße, die die Wertentwicklung eines definierten Marktes misst – kaufen lässt er sich nicht direkt, aber ETFs bilden ihn nach.

Was du jetzt tun kannst

Jetzt, wo du weißt, was ein Index misst und wie ein ETF ihn nachbildet, lohnt sich ein Blick auf Börse und Kursbildung, falls du diesen Artikel noch nicht gelesen hast – dort erfährst du, wie die Kurse entstehen, aus denen sich ein Index berechnet. Wie es mit Zinseszins und Inflation weitergeht, zeigt dir der Lernpfad „Von null zum ersten Investment".

Quellen

  • Deutsche Börse: Börsenlexikon: DAX – Titelzahl (40 Unternehmen) und Berechnung als Kurs- und Performanceindex. Abgerufen: Juli 2026.
  • MSCI: MSCI World Index – Factsheet (PDF) – Anzahl der enthaltenen Titel (rund 1.300, Stand des Factsheets: Juni 2026) und Abdeckung von 23 Industrieländern. Abgerufen: Juli 2026.
  • S&P Dow Jones Indices: S&P 500 – Anzahl der enthaltenen Unternehmen (rund 500). Abgerufen: Juli 2026.

Risiko

Geldanlage in Aktien und ETFs ist mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Diese Website vermittelt allgemeines Wissen — sie bietet keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlungen zu konkreten Produkten. Triff Anlageentscheidungen erst, wenn du sie selbst verstanden hast.

Keine Anlageberatung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar und berücksichtigt nicht deine persönlichen Verhältnisse. Die Entscheidung über eine Geldanlage triffst du eigenverantwortlich; ziehe bei Bedarf eine qualifizierte, zugelassene Beratung hinzu. Die Betreiberin/der Betreiber ist nicht als Finanzberater/in zugelassen.

Weitersagen

Per E-Mail teilen

Über die Autorin/den Autor

Matthias Lamprecht

Privatanleger mit über 10 Jahren Erfahrung; schreibt aus Einsteiger-Perspektive.

Mehr über die Autorin/den Autor