Glossar

Dieses Glossar erklärt Fachbegriffe rund um Aktien und ETFs in je einem bis wenigen Sätzen. Bei den meisten Begriffen führt ein Vertiefungslink zu einem ausführlichen Artikel; bei den anderen findest du die Kernaussage direkt in der Definition. Suchst du keine einzelnen Begriffe, sondern Antworten auf ganze Fragen, hilft dir die FAQ weiter.

Zuletzt inhaltlich geprüft: August 2026

Keine Steuerberatung

Die Steuerbegriffe in diesem Glossar (zum Beispiel Abgeltungsteuer, Sparer-Pauschbetrag oder Vorabpauschale) sind allgemeine Erklärungen und keine Steuerberatung. Konkrete, aktuelle Werte wie Steuersätze oder Freibeträge findest du mit „Stand“-Vermerk und offizieller Quelle auf den Steuerseiten dieser Website.

Abgeltungsteuer
Die pauschale Besteuerung von Kapitalerträgen wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen – ein besonderer Steuertarif innerhalb der Einkommensteuer, keine eigene Steuerart. Die depotführende Bank behält die Steuer in der Regel automatisch ein und führt sie ans Finanzamt ab, sodass du selbst meist nichts veranlassen musst. Den genauen Steuersatz und weitere Einzelheiten erklärt der Steuer-Bereich dieser Website mit Stand und offizieller Quelle.
Vertiefung: Abgeltungsteuer, Soli und Kirchensteuer
Abzinsung
Ein rechnerisches Verfahren, mit dem ein künftiger Geldbetrag auf seinen heutigen Wert umgerechnet wird. Die Grundidee: Ein Euro, der erst in einigen Jahren zufließt, ist heute weniger wert als ein Euro, der sofort zur Verfügung steht – unter anderem, weil das Geld in der Zwischenzeit anderweitig angelegt werden könnte und weil künftige Zahlungen unsicher sind. Bewertungsmodelle wie das Discounted-Cashflow-Verfahren nutzen die Abzinsung, um mehrere künftige Beträge in einen vergleichbaren, heutigen Gesamtwert zu übersetzen.
Vertiefung: Bewertungsmodelle verstehen
Aktie
Ein Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft: Wer eine Aktie besitzt, ist Miteigentümer:in des Unternehmens und hat meist ein Stimmrecht in der Hauptversammlung.
Vertiefung: Was ist eine Aktie?
Aktiengesellschaft (AG)
Eine Unternehmensform, deren Eigenkapital in viele kleine, handelbare Anteile – Aktien – aufgeteilt ist. Dadurch können sich sehr viele Menschen mit vergleichsweise kleinen Beträgen an einem Unternehmen beteiligen.
Vertiefung: Was ist eine Aktie?
Ankereffekt
Die Neigung, eine zuerst wahrgenommene Zahl – im Depot meist der eigene Einstandskurs – als Bezugspunkt für spätere Entscheidungen zu nehmen, obwohl sie für die künftige Kursentwicklung bedeutungslos ist. Typisches Muster: eine Position erst verkaufen zu wollen, wenn sie wieder den ursprünglichen Kaufkurs erreicht hat.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Anleihe
Ein verzinstes Darlehen, das Anlegerinnen und Anleger einem Staat oder einem Unternehmen geben. Anders als bei der Aktie wirst du dabei nicht Miteigentümer:in, sondern Gläubiger:in mit Anspruch auf Zins und Rückzahlung.
Vertiefung: Wohin mit Erspartem? Anlageformen und Risiken
Ausschlusskriterien
Eine Filterlogik bei nachhaltigen Indizes: Ganze Branchen oder Geschäftsfelder werden unabhängig vom Einzelunternehmen von vornherein aus dem Anlageuniversum entfernt. Das Gegenstück, das Branchen nicht komplett entfernt, sondern innerhalb jeder Branche die vergleichsweise am besten bewerteten Unternehmen auswählt, ist Best-in-Class.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
Ausschüttend
Bezeichnet einen Fonds oder ETF, der Erträge wie Dividenden oder Zinsen regelmäßig an die Anlegerinnen und Anleger auszahlt, statt sie automatisch wieder anzulegen. Das Gegenstück ist thesaurierend.
Vertiefung: Thesaurierend oder ausschüttend?
BaFin
Die staatliche Aufsichtsbehörde für Banken, Broker, Fondsgesellschaften und Versicherer in Deutschland. Sie kontrolliert, ob diese Unternehmen die geltenden Regeln einhalten, und informiert Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Rechte – etwa zur Einlagensicherung oder zur Anlegerentschädigung.
Vertiefung: Aktuell bleiben: offizielle Quellen nutzen
Bärenmarkt
Umgangssprachliche Bezeichnung für eine längere Phase deutlich fallender Kurse an den Börsen. Das Gegenstück ist der Bullenmarkt.
Vertiefung: Risikotoleranz: Welcher Anlegertyp bin ich?
Basiszins
Ein jährlich neu ermittelter Zinssatz, der als Rechengröße für die Vorabpauschale bei Fonds und ETFs dient. Er wird aus der langfristig erzielbaren Rendite öffentlicher Anleihen abgeleitet, ändert sich dadurch von Jahr zu Jahr und wird jeweils zu Jahresbeginn vom Bundesministerium der Finanzen bekannt gegeben.
Vertiefung: Vorabpauschale und Teilfreistellung
Behavioral Finance
Englischer Fachbegriff für Verhaltensökonomie: ein Forschungsfeld, das untersucht, welche systematischen Denkmuster Menschen beim Umgang mit Geld und Geldanlagen zu Fehleinschätzungen verleiten können. Diese Muster gelten nicht als Zeichen von Unwissen, sondern als mentale Abkürzungen, die im Alltag meist gut funktionieren und ausgerechnet an der Börse zum Problem werden können.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Benchmark
Ein Vergleichsmaßstab – meist ein Index –, an dem die Wertentwicklung einer Anlage gemessen wird.
Vertiefung: Was ist ein Index?
Best-in-Class
Eine Filterlogik bei nachhaltigen Indizes: Statt ganze Branchen auszuschließen, bleiben innerhalb jeder Branche die nach ESG-Kriterien vergleichsweise am besten bewerteten Unternehmen im Index – auch aus Branchen, die insgesamt als weniger nachhaltig gelten. Das Gegenstück, das ganze Branchen von vornherein entfernt, sind Ausschlusskriterien.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
Bestätigungsfehler
Die Tendenz, bei einer bereits getroffenen Entscheidung vor allem nach Informationen zu suchen, die sie bestätigen, während Gegenargumente eher übersehen oder abgetan werden. Im Depot-Alltag heißt das oft: Positive Nachrichten zu einer gekauften Position fallen leichter auf als kritische Stimmen.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Blue Chip
Umgangsbegriff für Aktien großer, etablierter und meist besonders häufig gehandelter Unternehmen.
Vertiefung: Arten von Aktien
BMF
Das Bundesministerium, das für die Steuergesetzgebung zuständig ist und in amtlichen Anwendungsschreiben Auslegungsfragen zu bestehenden Steuergesetzen klärt – etwa die jährliche Bekanntgabe des Basiszinses für die Vorabpauschale.
Vertiefung: Aktuell bleiben: offizielle Quellen nutzen
Broker
Ein Anbieter, über dessen Depot Wertpapiere wie Aktien und ETFs gekauft und verkauft werden. Der Broker leitet deine Kauf- und Verkaufsaufträge an die Börse oder einen anderen Handelsplatz weiter.
Vertiefung: Was ist ein Broker – und brauche ich einen?
Bullenmarkt
Umgangssprachliche Bezeichnung für eine längere Phase steigender Kurse an den Börsen. Das Gegenstück ist der Bärenmarkt.
Vertiefung: Risikotoleranz: Welcher Anlegertyp bin ich?
Buy and Hold
Eine Strategie, bei der Wertpapiere langfristig gekauft und gehalten werden, statt zu versuchen, kurzfristige Kursbewegungen durch häufiges Kaufen und Verkaufen auszunutzen.
Vertiefung: Buy and Hold: langfristig anlegen
BZSt
Eine Bundesoberbehörde, die bestimmte Steuerverfahren zentral für ganz Deutschland abwickelt – etwa den automatischen Datenabruf für die Kirchensteuer oder Fragen zur Erstattung ausländischer Quellensteuer.
Vertiefung: Aktuell bleiben: offizielle Quellen nutzen
Depot
Ein Konto, auf dem Wertpapiere wie Aktien und ETFs verwahrt und verwaltet werden – das Pendant zum Girokonto, nur für Wertpapiere statt Geld.
Vertiefung: Depot eröffnen und nutzen
Discounted Cashflow (DCF)
Ein Bewertungsverfahren, das den Wert eines Unternehmens aus seinen geschätzten künftigen Zahlungsströmen ableitet: Diese werden zunächst für mehrere Jahre geschätzt und anschließend durch Abzinsung auf ihren heutigen Wert zurückgerechnet. Die Summe dieser abgezinsten Beträge ergibt den geschätzten Wert des gesamten Unternehmens – nicht unmittelbar den Wert einer einzelnen Aktie, denn dafür sind weitere Rechenschritte nötig. Da das Ergebnis stark von den getroffenen Annahmen abhängt – unter anderem davon, wie es nach dem geschätzten Zeitraum weitergeht –, liefert das Verfahren eine Schätzung unter Unsicherheit, keine exakte Größe.
Vertiefung: Bewertungsmodelle verstehen
Dispositionseffekt
Ein aus Verlustaversion und Ankereffekt entstehendes Verhaltensmuster: Gewinnpositionen werden tendenziell zu früh verkauft, um den Gewinn zu sichern, während Verlustpositionen zu lange gehalten werden, in der Hoffnung, doch noch ins Plus zu drehen. Wirtschaftlich betrachtet ist das keine sinnvolle Unterscheidung, denn jede Position verdient unabhängig von ihrem bisherigen Verlauf eine eigene Neubewertung.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Diversifikation
Die Verteilung von Anlagegeld auf viele verschiedene Wertpapiere, Branchen oder Regionen, um das Risiko einzelner Verluste abzufedern. Diversifikation senkt das Risiko einzelner Positionen, beseitigt aber nicht das Risiko des Gesamtmarkts.
Vertiefung: Diversifikation: nicht alles auf eine Karte
Dividende
Der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausschüttet. Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende.
Vertiefung: Dividenden verstehen
Dividendenmodell
Ein Bewertungsverfahren, das den Wert einer Aktie aus den erwarteten künftigen Dividendenzahlungen ableitet: Diese werden für mehrere Jahre geschätzt und durch Abzinsung auf ihren heutigen Wert zurückgerechnet – ähnlich wie beim Discounted-Cashflow-Verfahren, nur bezogen auf Dividenden statt auf die gesamten Zahlungsströme eines Unternehmens. Bei Unternehmen, die keine oder nur unregelmäßig Dividenden zahlen, liefert dieses Verfahren kaum verwertbare Ergebnisse, weil die dafür nötige Schätzgrundlage fehlt oder zu unsicher ist. Da eine Dividende keine vertragliche Zusage ist und gekürzt oder gestrichen werden kann, bleibt auch das Ergebnis dieses Modells eine unsichere Schätzung.
Vertiefung: Bewertungsmodelle verstehen
Dividendenrendite
Die Dividende eines Jahres im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, ausgedrückt in Prozent. Für sich allein sagt diese Kennzahl wenig über die Qualität eines Unternehmens aus.
Vertiefung: Kennzahlen für Anfänger
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
Ein zwischenstaatlicher Vertrag, der die mehrfache Besteuerung derselben Einkünfte in beiden beteiligten Staaten vermeiden soll – etwa wenn eine ausländische Quellensteuer auf die deutsche Steuer angerechnet wird.
Vertiefung: Quellensteuer auf Auslandsdividenden
ESG
Abkürzung für Environmental, Social, Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ein Kriterienraster, nach dem manche Indizes und ETFs Unternehmen zusätzlich zu klassischen Finanzkennzahlen bewerten und filtern. „ESG“ ist kein gesetzlich geschützter Gütesiegel-Begriff; die konkrete Methodik legt jeder Indexanbieter selbst fest.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
ETF
Kurz für Exchange Traded Fund: ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachbildet, statt dass ein Fondsmanager einzelne Wertpapiere auswählt.
Vertiefung: Was ist ein ETF?
Ex-Tag
Der erste Handelstag, an dem eine Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt wird. Ab diesem Tag sinkt der Kurs typischerweise um etwa den Betrag der Dividende.
Vertiefung: Dividenden verstehen
Fonds
Ein gemeinsamer Anlagetopf, in den viele Anlegerinnen und Anleger einzahlen und der nach festgelegten Regeln in Wertpapiere investiert wird. ETFs sind eine besondere, börsengehandelte Form von Fonds.
Vertiefung: Was ist ein ETF?
Fondsdomizil
Das Land, in dem ein Fonds oder ETF rechtlich ansässig ist, zum Beispiel Irland oder Luxemburg. Das Fondsdomizil kann rechtliche und steuerliche Folgen haben und ist nicht mit der Fondswährung oder den enthaltenen Unternehmen zu verwechseln.
Vertiefung: ETF auswählen: die Kriterien
Freistellungsauftrag
Ein Auftrag an eine Bank oder einen Broker, Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Höhe ohne automatischen Steuerabzug auszuzahlen. Die zulässige Höhe über alle Aufträge einer Person hinweg ist auf den Sparer-Pauschbetrag begrenzt.
Vertiefung: Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag
Geldkurs / Briefkurs
Zwei Preise, zwischen denen beim Wertpapierhandel unterschieden wird: Der Geldkurs ist der Preis, zu dem verkauft werden kann, der Briefkurs der – meist etwas höhere – Preis, zu dem gekauft werden kann. Die Differenz zwischen beiden heißt Spread.
Vertiefung: Börse und Kursbildung
gesetze-im-internet.de
Das offizielle Portal des Bundes mit dem vollständigen, aktuellen Wortlaut nahezu aller Bundesgesetze – kostenlos und öffentlich zugänglich. Diese Website zitiert Gesetzestexte bevorzugt direkt von dort.
Vertiefung: Aktuell bleiben: offizielle Quellen nutzen
Greenwashing
Eine Lücke zwischen der Außendarstellung eines Finanzprodukts – etwa Name oder Marketing – und dem, was seine tatsächliche Methodik bei näherer Prüfung leistet: Ein Produkt kann „nachhaltig“ klingen, ohne dass seine konkreten Ausschluss- oder Best-in-Class-Kriterien besonders streng ausfallen.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
Growth-Aktie
Eine Aktie eines Unternehmens, dem besonders hohes künftiges Wachstum zugetraut wird – solche Aktien sind häufig vergleichsweise hoch bewertet. Das Gegenstück ist die Value-Aktie.
Vertiefung: Arten von Aktien
Handelsplatz
Der Ort oder das elektronische System, an dem eine Wertpapierorder tatsächlich ausgeführt wird – zum Beispiel eine Börse wie Xetra oder ein außerbörslicher Direkthandel.
Vertiefung: Handelsplätze verstehen und wählen
Herdenverhalten
Die Neigung, die eigene Anlageentscheidung vor allem daran auszurichten, was scheinbar alle anderen gerade tun – oft verstärkt durch FOMO (Fear of Missing Out, die Angst, eine Chance zu verpassen). Steigt der Kurs eines Wertpapiers bereits kräftig und ist er überall Thema, wächst der Drang mitzuziehen, auch ohne eigene Prüfung.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Home Bias
Die verbreitete Neigung, überproportional viel in Unternehmen aus dem eigenen Heimatland zu investieren, statt das Anlagegeld breiter über Länder und Regionen zu streuen.
Vertiefung: Diversifikation: nicht alles auf eine Karte
Index
Eine Rechengröße, die die Wertentwicklung eines definierten Marktes oder Marktausschnitts misst, zum Beispiel aller großen Unternehmen eines Landes. Ein Index selbst lässt sich nicht direkt kaufen – ETFs bilden ihn nach.
Vertiefung: Was ist ein Index?
ISIN
Die International Securities Identification Number: eine international einheitliche, zwölfstellige Kennnummer, mit der ein Wertpapier eindeutig identifiziert wird.
Vertiefung: Kaufen Schritt für Schritt
Kapitalertragsteuer
Die Steuer, die eine Bank oder ein Broker direkt beim Zufluss von Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen einbehält und ans Finanzamt abführt. Über diesen Steuerabzug an der Quelle wird die Abgeltungsteuer technisch umgesetzt.
Vertiefung: Abgeltungsteuer, Soli und Kirchensteuer
KBV
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis: der Marktwert eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem bilanziellen Eigenkapital (Buchwert).
Vertiefung: Kennzahlen für Anfänger
KGV
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis: der aktuelle Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie. Eine häufig genutzte, für sich allein aber wenig aussagekräftige Kennzahl zur groben Einordnung einer Aktienbewertung.
Vertiefung: Kennzahlen für Anfänger
Klumpenrisiko
Das Risiko, das entsteht, wenn eine einzelne Position, ein Unternehmen oder eine Branche das Gesamtdepot stark dominiert. Entwickelt sich ausgerechnet diese eine Position schlecht, trifft es das ganze Depot überproportional.
Vertiefung: Diversifikation: nicht alles auf eine Karte
Kurs
Der aktuelle Preis eines Wertpapiers, der sich fortlaufend aus Angebot und Nachfrage bildet.
Vertiefung: Börse und Kursbildung
KUV
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis: der Marktwert eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem Jahresumsatz. Wird oft dann herangezogen, wenn ein Unternehmen noch keine oder kaum Gewinne erzielt.
Vertiefung: Kennzahlen für Anfänger
Limit-Order
Ein Kauf- oder Verkaufsauftrag, bei dem du selbst eine Preisgrenze festlegst: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs diese Grenze erreicht oder für dich günstiger ist.
Vertiefung: Orderarten: Market, Limit & Co.
Market-Order
Ein Auftrag, ein Wertpapier sofort zum nächsten verfügbaren Preis zu kaufen oder zu verkaufen, ohne eine eigene Preisgrenze zu setzen.
Vertiefung: Orderarten: Market, Limit & Co.
Marktkapitalisierung
Der Börsenwert eines Unternehmens: die Anzahl aller Aktien multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs.
Vertiefung: Kennzahlen für Anfänger
MSCI World
Ein bekannter Aktienindex, der Unternehmen aus zahlreichen Industrieländern weltweit zusammenfasst. Auf dieser Website wird er ausschließlich als Anschauungsbeispiel genannt, nie als Empfehlung.
Vertiefung: Was ist ein Index?
Multiplikator-Verfahren
Ein Bewertungsansatz, der den Börsenwert eines Unternehmens ins Verhältnis zu einer seiner Kennzahlen setzt – etwa zum Gewinn, zum Umsatz oder zum Buchwert – und das Ergebnis mit den entsprechenden Werten vergleichbarer Unternehmen derselben Branche vergleicht. Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) sind Beispiele für solche Multiplikatoren. Ein deutlicher Unterschied zu vergleichbaren Unternehmen ist dabei nur ein Hinweis, kein Beweis für eine bestimmte Bewertung, denn er kann auch unterschiedliche Wachstumserwartungen oder Risiken widerspiegeln.
Vertiefung: Bewertungsmodelle verstehen
Notgroschen
Eine schnell verfügbare Geldreserve für unvorhergesehene Ausgaben. Sie wird üblicherweise vor dem Einstieg ins Investieren aufgebaut und bleibt getrennt von langfristig angelegtem Geld.
Vertiefung: Bin ich bereit zu investieren?
Offenlegungsverordnung (SFDR)
Eine EU-Verordnung, die Finanzmarktteilnehmer verpflichtet, Nachhaltigkeitsinformationen zu ihren Produkten offenzulegen. Dass am Markt von „Artikel-6-, Artikel-8- und Artikel-9-Produkten“ gesprochen wird, ist eine Kurzformel für unterschiedlich weit reichende Offenlegungspflichten – keine Qualitäts- oder Gütesiegel.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
Order
Der Auftrag, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen, den du über deinen Broker an einen Handelsplatz weitergibst.
Vertiefung: Orderarten: Market, Limit & Co.
Ordergebühr
Das Entgelt, das ein Broker für die Ausführung einer Kauf- oder Verkaufsorder berechnet.
Vertiefung: Kosten beim Handel: Ordergebühr, Spread, TER
Overconfidence
Die verbreitete Neigung, die eigenen Fähigkeiten bei der Geldanlage – etwa ein gutes Gespür für die Auswahl von Wertpapieren oder für den richtigen Zeitpunkt – systematisch zu überschätzen. Ein paar günstige Entscheidungen in einer allgemein steigenden Marktphase wirken dann schnell wie eigenes Können, obwohl meist schlicht der Gesamtmarkt gestiegen ist.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Performance
Die Wertentwicklung einer Anlage über einen bestimmten Zeitraum, meist als Prozentwert angegeben.
Portfolio
Die Gesamtheit aller Geldanlagen einer Person – zum Beispiel alle gehaltenen Aktien, ETFs und weiteren Wertpapiere zusammen.
Quellensteuer
Eine Steuer, die ein ausländischer Staat direkt an der Quelle von Erträgen wie Dividenden einbehält, bevor diese an dich ausgezahlt werden. Ein Teil davon ist über ein Doppelbesteuerungsabkommen auf die deutsche Steuer anrechenbar.
Vertiefung: Quellensteuer auf Auslandsdividenden
Rebalancing
Das gelegentliche Wiederherstellen einer ursprünglich geplanten Aufteilung des Depots, wenn sich einzelne Positionen durch unterschiedliche Kursentwicklung stärker oder schwächer gewichtet haben als beabsichtigt.
Vertiefung: Rebalancing
Rendite
Der Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, meist als Prozentwert pro Jahr angegeben. Vergangene Renditen sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.
Vertiefung: Warum Aktien und ETFs?
Rezenz-Effekt
Die Neigung, die zuletzt beobachtete Kursentwicklung stärker zu gewichten als die längerfristige Entwicklung. Nach mehreren guten Monaten wirkt eine Fortsetzung des Aufwärtstrends dadurch wahrscheinlicher, als sie tatsächlich ist – nach einem Kursrückgang wirken Anlagen umgekehrt riskanter, als es die längerfristige Betrachtung rechtfertigt.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Risikotoleranz
Das Ausmaß an Wertschwankung und möglichem Verlust, das jemand finanziell und emotional aushalten kann, ohne in Panik zu geraten oder in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen.
Vertiefung: Risikotoleranz: Welcher Anlegertyp bin ich?
Sondervermögen
Das Vermögen eines Fonds oder ETFs, das rechtlich getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet wird. Das soll deine Fondsanteile auch dann schützen, wenn die Fondsgesellschaft selbst insolvent wird.
Vertiefung: Was ist ein ETF?
Sparer-Pauschbetrag
Ein jährlicher Steuerfreibetrag für Kapitalerträge: Bis zu dieser Höhe bleiben Zinsen, Dividenden und Kursgewinne steuerfrei. Damit deine Bank sie von vornherein ohne Steuerabzug auszahlt, brauchst du zusätzlich einen Freistellungsauftrag. Die genaue Höhe wird auf den vertiefenden Steuerseiten mit Stand und Quelle genannt.
Vertiefung: Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag
Sparplan
Der automatische, regelmäßige Kauf eines Wertpapiers wie eines ETFs mit einer festen Rate, zum Beispiel monatlich.
Vertiefung: Sparplan: automatisch investieren
Spread
Die Differenz zwischen Geldkurs und Briefkurs eines Wertpapiers – eine oft übersehene, versteckte Handelskostenart.
Vertiefung: Kosten beim Handel: Ordergebühr, Spread, TER
SRI
Eine meist strengere nachhaltige Indexvariante neben einer „einfachen“ ESG-Variante desselben Ausgangsindex: SRI-Indizes kombinieren häufig strengere Ausschlusskriterien mit einer strengeren Best-in-Class-Schwelle, wodurch deutlich weniger Unternehmen im Index verbleiben.
Vertiefung: Nachhaltige ETFs: ESG und SRI verstehen
Stop-Loss-Order
Ein Auftrag, der automatisch eine Verkaufsorder auslöst, sobald ein Wertpapier einen von dir festgelegten Kurs erreicht. Ausgeführt wird dann meist zum nächsten verfügbaren Kurs, nicht zwingend genau zum Auslösekurs.
Vertiefung: Orderarten: Market, Limit & Co.
Synthetischer ETF
Ein ETF, der die Wertentwicklung seines Index nicht durch den tatsächlichen Kauf der enthaltenen Wertpapiere abbildet, sondern über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einem Vertragspartner. Das bringt ein zusätzliches Kontrahentenrisiko mit sich.
Vertiefung: Arten von ETFs
Teilfreistellung
Ein gesetzlich festgelegter Anteil der Erträge aus einem Fonds oder ETF, der bei der Besteuerung pauschal außer Ansatz bleibt – als Ausgleich dafür, dass bereits auf Fondsebene Steuern anfallen. Die Höhe des steuerfreien Anteils hängt von der Fondsart ab.
Vertiefung: Vorabpauschale und Teilfreistellung
TER
Die Total Expense Ratio, zu Deutsch Gesamtkostenquote: die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds oder ETFs in Prozent des angelegten Vermögens.
Vertiefung: ETF auswählen: die Kriterien
Thesaurierend
Bezeichnet einen Fonds oder ETF, der Erträge wie Dividenden oder Zinsen automatisch wieder anlegt, statt sie auszuzahlen. Das Gegenstück ist ausschüttend.
Vertiefung: Thesaurierend oder ausschüttend?
Tracking-Differenz
Die tatsächliche Abweichung der Wertentwicklung eines ETFs von seinem zugrunde liegenden Index über einen Zeitraum – ein aussagekräftigeres Qualitätsmerkmal als die TER allein.
Vertiefung: ETF auswählen: die Kriterien
Value-Aktie
Eine Aktie eines substanzstarken Unternehmens, die im Vergleich zu Kennzahlen wie Gewinn oder Buchwert eher niedrig bewertet ist. Das Gegenstück ist die Growth-Aktie.
Vertiefung: Arten von Aktien
Verlustaversion
Die verbreitete Neigung, Verluste deutlich stärker zu gewichten als gleich große Gewinne – ein Verlust schmerzt gefühlt mehr, als sich ein ebenso großer Gewinn gut anfühlt. Im Depot zeigt sich das oft darin, Verlustpositionen länger zu halten, als eine nüchterne Neubewertung nahelegen würde.
Vertiefung: Psychologische Fallen beim Geldanlegen
Volatilität
Ein Maß dafür, wie stark der Kurs eines Wertpapiers innerhalb eines Zeitraums schwankt. Hohe Volatilität bedeutet nicht automatisch einen dauerhaften Verlust, macht das Auf und Ab aber deutlich sichtbarer.
Vertiefung: Volatilität verstehen
Vorabpauschale
Ein rechnerischer Mindestertrag aus einem Fonds oder ETF, der jährlich versteuert wird, obwohl nichts ausgezahlt wurde – in der Praxis betrifft das vor allem thesaurierende Fonds und ETFs. Sie errechnet sich aus dem Rücknahmepreis zu Jahresbeginn und dem jährlich neu ermittelten Basiszins, höchstens jedoch in Höhe des tatsächlichen Wertzuwachses im Jahr.
Vertiefung: Vorabpauschale und Teilfreistellung
WKN
Die Wertpapierkennnummer: eine sechsstellige, in Deutschland gebräuchliche Kennung zur Identifikation eines Wertpapiers – ähnlich der internationalen ISIN.
Vertiefung: Kaufen Schritt für Schritt
Xetra
Das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse und ein in Deutschland weit verbreiteter Handelsplatz für Wertpapiere. Auf dieser Website wird es ausschließlich als neutrales Beispiel für eine elektronische Börse genannt, nie als Empfehlung oder Bewertung gegenüber anderen Handelsplätzen.
Vertiefung: Handelsplätze verstehen und wählen