Orderarten: Market, Limit & Co.

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt geprüft: Juli 2026

Teil des Lernpfads: Von null zum ersten Investment

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„Kaufen" ist an der Börse nicht gleich „Kaufen": Mit welcher Orderart du deinen Auftrag erteilst, entscheidet mit darüber, zu welchem Kurs – wie Kurse überhaupt zustande kommen, erklärt der Artikel Börse und Kursbildung – und ob er überhaupt ausgeführt wird. Dieser Artikel erklärt die für Einsteiger:innen wichtigsten Orderarten, wann sie sich eignen und welche Grenzen sie jeweils haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Market-Order wird sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt – ohne eigene Preisgrenze.
  • Eine Limit-Order lässt dich selbst eine Preisgrenze setzen – dafür ist die Ausführung nicht garantiert.
  • Eine Stop-Loss-Order löst automatisch eine Verkaufsorder aus, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird – ausgeführt wird sie dann zum nächsten verfügbaren Kurs, nicht garantiert zum Auslösekurs.
  • Bei jeder Order legst du zusätzlich eine Gültigkeitsdauer fest, und Orders können teilweise statt vollständig ausgeführt werden.
  • Weitere, komplexere Orderzusätze sind für den Einstieg meist nicht nötig.

Market-Order: sofort, aber ohne eigene Preisgrenze

Eine Market-Order ist ein Auftrag, ein Wertpapier sofort zum nächsten verfügbaren Kurs zu kaufen oder zu verkaufen, ohne eine eigene Preisgrenze zu setzen. Der Vorteil: In aller Regel wird sie sehr schnell ausgeführt. Der Nachteil zeigt sich vor allem bei wenig gehandelten, sogenannten illiquiden Werten, bei denen zwischen dem zuletzt sichtbaren Kurs und dem tatsächlichen Ausführungskurs eine spürbare Lücke liegen kann.

Achtung

Bei einem wenig gehandelten Wertpapier kann eine Market-Order zu einem überraschend ungünstigen Kurs ausgeführt werden, weil zum Ausführungszeitpunkt kein besseres Angebot vorliegt. Je geringer die Liquidität eines Wertpapiers oder Handelsplatzes, desto vorsichtiger lohnt sich der Umgang mit der Market-Order.

Limit-Order: eigene Preisgrenze setzen

Bei einer Limit-Order legst du selbst eine Preisgrenze fest: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs diese Grenze erreicht oder für dich günstiger ausfällt. Nach vorläufiger redaktioneller Einschätzung dieser Website eignet sich die Limit-Order für viele Einsteiger:innen häufig besser als die Market-Order, weil sie dir Kontrolle über den Preis gibt – das ist eine Einordnung, keine allgemeingültige Regel und keine Empfehlung für deine konkrete Order. Die Kehrseite: Erreicht der Kurs deine Grenze nicht, wird die Order gar nicht oder nur teilweise ausgeführt, und du verpasst den Kauf oder Verkauf möglicherweise vollständig.

Limit-Order: Chancen und Risiken (grundsätzliche Gegenüberstellung, keine Empfehlung)
ChancenRisiken
Du bestimmst selbst die Preisgrenze, zu der gekauft oder verkauft wirdErreicht der Kurs die Grenze nicht, bleibt die Order unausgeführt

Stop-Loss- und Stop-Buy-Order: automatisch reagieren, aber ohne Garantiekurs

Eine Stop-Loss-Order löst automatisch eine Verkaufsorder aus, sobald ein von dir festgelegter Kurs erreicht wird – gedacht, um mögliche Verluste zu begrenzen, ohne den Kurs ständig selbst beobachten zu müssen. Eine Stop-Buy-Order funktioniert spiegelbildlich für den Kauf: Sie löst aus, sobald ein Kurs eine von dir festgelegte Schwelle nach oben überschreitet.

Achtung

Eine Stop-Order ist kein Garantiekurs: Nach dem Auslösen wird in aller Regel zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt – bei schnellen Kursbewegungen kann dieser deutlich von deinem ursprünglich festgelegten Auslösekurs abweichen.

Gültigkeitsdauer und Teilausführungen

Zu jeder Order legst du zusätzlich fest, wie lange sie gültig bleiben soll – zum Beispiel nur für den laufenden Handelstag oder für einen von dir gewählten längeren Zeitraum. Die genauen Bezeichnungen und Höchstfristen dafür legt jeder Broker selbst fest.

Außerdem kann eine Order teilweise statt vollständig ausgeführt werden – eine sogenannte Teilausführung. Das passiert vor allem dann, wenn zum gewünschten Kurs nicht genügend Gegenvolumen vorhanden ist, etwa bei einer Limit-Order für ein wenig gehandeltes Wertpapier. Wie du Handelsplatz und Liquidität schon vorab einschätzt, erklärt der Artikel Handelsplätze verstehen und wählen.

Was Einsteiger:innen zunächst ignorieren dürfen

Neben den genannten Grundformen bieten manche Broker weitere, komplexere Orderzusätze an – etwa eine Trailing-Stop-Order, bei der sich die Auslöseschwelle automatisch mit einem steigenden Kurs mitbewegt. Für den Einstieg sind solche Zusätze in aller Regel nicht nötig: Market-Order, Limit-Order und Stop-Loss-Order decken die allermeisten Situationen bereits ab.

Welche Order für welchen Zweck?

Eine grobe Orientierung, keine Empfehlung für deinen Einzelfall:

  • Schnelle Ausführung ist dir bei einem sehr liquiden Wertpapier wichtiger als der exakte Preis → Market-Order.
  • Eine eigene Preisgrenze ist dir wichtiger als eine sofortige Ausführung → Limit-Order.
  • Du möchtest automatisch auf einen fallenden Kurs reagieren, ohne ihn ständig selbst zu beobachten → Stop-Loss-Order, mit dem Wissen um den fehlenden Garantiekurs.

Orderarten im Überblick

Orderarten im Überblick: Funktionsweise und wichtigste Grenze
OrderartWie sie funktioniertWichtigste Grenze
Market-OrderSofortige Ausführung zum nächsten verfügbaren KursKein Schutz vor ungünstigem Kurs bei geringer Liquidität
Limit-OrderAusführung nur zur eigenen Preisgrenze oder besserAusführung nicht garantiert
Stop-Loss-OrderLöst bei Erreichen eines Kurses automatisch eine Verkaufsorder ausKein Garantiekurs bei der Ausführung
Stop-Buy-OrderLöst bei Erreichen eines Kurses automatisch eine Kauforder ausKein Garantiekurs bei der Ausführung

Merksatz

Market-Order heißt sofort, aber ohne Preisgrenze; Limit-Order heißt eigene Preisgrenze, aber ohne Ausführungsgarantie; Stop-Loss- und Stop-Buy-Order reagieren automatisch auf einen Kurs, aber ohne Garantiekurs bei der Ausführung. Für den Einstieg reichen diese Grundformen meist vollständig aus.

Was du jetzt tun kannst

Wie Handelsplatz und Orderart im vollständigen Kaufablauf zusammenkommen, zeigt der Artikel Kaufen Schritt für Schritt. Welche typischen Fehler gerade rund um Market-Order und Co. passieren – und wie du sie vermeidest –, zeigt Typische Anfängerfehler. Wie sich die Wahl des Handelsplatzes auf Liquidität und Spread auswirkt, ordnet Handelsplätze verstehen und wählen ein. Wie dieselben Orderarten beim Verkaufen wirken und welche steuerlichen Folgen ein Verkauf auslöst, vertieft ein späterer Artikel im Bereich Broker & Depot dieser Website.

Risiko

Geldanlage in Aktien und ETFs ist mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Diese Website vermittelt allgemeines Wissen — sie bietet keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlungen zu konkreten Produkten. Triff Anlageentscheidungen erst, wenn du sie selbst verstanden hast.

Keine Anlageberatung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar und berücksichtigt nicht deine persönlichen Verhältnisse. Die Entscheidung über eine Geldanlage triffst du eigenverantwortlich; ziehe bei Bedarf eine qualifizierte, zugelassene Beratung hinzu. Die Betreiberin/der Betreiber ist nicht als Finanzberater/in zugelassen.

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Über die Autorin/den Autor

Matthias Lamprecht

Privatanleger mit über 10 Jahren Erfahrung; schreibt aus Einsteiger-Perspektive.

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