Kaufen Schritt für Schritt

ca. 6 Min. LesezeitZuletzt geprüft: Juli 2026

Teil des Lernpfads: Von null zum ersten Investment

Inhalt dieser Seite

Der erste eigene Klick auf „Order aufgeben" fühlt sich für viele Einsteiger:innen unnötig groß an – gerade wenn das Depot gerade erst eröffnet ist. Dieser Artikel nimmt dir diese Unsicherheit, indem er den kompletten technischen Ablauf eines Wertpapierkaufs einmal Schritt für Schritt durchgeht – vom Identifizieren des Wertpapiers bis zur Abrechnung. Wichtig vorab: Dieser Artikel erklärt ausschließlich, wie ein Kauf technisch abläuft – nicht, welches Wertpapier du kaufen solltest. Diese Auswahl triffst du eigenständig, auf Basis der Kriterien, die andere Artikel dieser Website vermitteln; wie du überhaupt passende Aktien oder ETFs für deine eigenen Zwecke findest, behandelt ein späterer, weiterführender Artikel im Bereich Aktien analysieren dieser Website.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wertpapier identifizierst du am zuverlässigsten über ISIN oder WKN, nicht über den Namen allein.
  • Vor der eigentlichen Order wählst du Handelsplatz und Orderart – beides beeinflusst Kurs und Ausführung.
  • Die Ordermaske fragt neben dem Wertpapier meist Stückzahl oder Betrag, Orderart, ggf. eine Kursgrenze, Gültigkeitsdauer und das Verrechnungskonto ab.
  • Vor der endgültigen Aufgabe zeigt dir dein Broker eine Ex-ante-Kosteninformation – eine gesetzlich vorgeschriebene Kostenübersicht, bevor du dich entscheidest; sie gilt auch dann, wenn du ohne Beratung selbst handelst.
  • Nach der Ausführung solltest du die Abrechnung lesen, nicht nur zur Kenntnis nehmen – sie zeigt Kurswert, Kosten und Gesamtbetrag im Detail.

Schritt 1: Das Wertpapier eindeutig identifizieren

Unternehmensnamen sind mehrdeutig: Ähnliche Namen, mehrere Aktiengattungen oder verschiedene Notierungen desselben Unternehmens an unterschiedlichen Handelsplätzen können zu Verwechslungen führen. Eindeutig wird ein Wertpapier erst über seine ISIN (International Securities Identification Number, eine international einheitliche, zwölfstellige Kennnummer) oder die in Deutschland gebräuchliche, sechsstellige WKN. Bevor du eine Order aufgibst, lohnt sich deshalb immer der Abgleich: Ist das wirklich genau das Wertpapier, das du meinst?

Schritt 2: Handelsplatz und Orderart wählen

Als Nächstes wählst du, wo und wie deine Order ausgeführt werden soll. Welche Handelsplätze zur Auswahl stehen und worin sie sich unterscheiden, erklärt der Artikel Handelsplätze verstehen und wählen; welche Orderart – etwa Market- oder Limit-Order – zur jeweiligen Situation passt, erklärt der Artikel Orderarten: Market, Limit & Co.. Beide Entscheidungen triffst du, bevor du die eigentliche Ordermaske ausfüllst.

Schritt 3: Die Ordermaske Feld für Feld

Die folgenden Felder finden sich – in unterschiedlicher Anordnung und Bezeichnung – in praktisch jeder Ordermaske. Die folgende Aufzählung beschreibt sie bewusst generisch, unabhängig von einem konkreten Anbieter:

  • Wertpapier, identifiziert über ISIN oder WKN (siehe Schritt 1)
  • Handelsplatz
  • Orderart, zum Beispiel Market- oder Limit-Order, ggf. mit Kursgrenze
  • Stückzahl oder Ordervolumen/Betrag
  • Gültigkeitsdauer der Order
  • Verrechnungskonto – das Geldkonto, das zu deinem Depot gehört und über das die Order abgerechnet wird

Diese Beschreibung bildet bewusst kein bestimmtes Anbieter-Interface ab, sondern die Felder, die inhaltlich in aller Regel irgendwo vorkommen.

Schritt 4: Den Kostenausweis vor der Order lesen

Bevor du deine Order endgültig aufgibst, zeigt dir dein Broker eine sogenannte Ex-ante-Kosteninformation: eine Übersicht über die Kosten, die mit diesem Geschäft verbunden sind – in der Regel sowohl Kosten des Wertpapiers selbst als auch Kosten der Dienstleistung. Grundlage dafür ist § 63 Absatz 7 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG): Wertpapierdienstleistungsunternehmen müssen ihren Kundinnen und Kunden „rechtzeitig und in verständlicher Form" angemessene Informationen unter anderem über „alle Kosten und Nebenkosten" zur Verfügung stellen – und zwar so, dass diese auf dieser Grundlage ihre Anlageentscheidung treffen können. Wichtig: Diese Pflicht gilt allgemein für Wertpapierdienstleistungen, also auch dann, wenn du deine Order ganz ohne Beratung selbst aufgibst (Stand: Juli 2026, siehe Quellenliste). Nimm dir für diesen Schritt bewusst einen Moment Zeit – er zeigt dir gebündelt für genau diese Order alle Kostenarten, die der Artikel Kosten beim Handel: Ordergebühr, Spread, TER im Einzelnen erklärt.

Schritt 5: Order prüfen und aufgeben

Vor dem endgültigen Absenden zeigen die meisten Ordermasken eine Zusammenfassung aller Angaben zur Kontrolle. Dieser Moment lohnt sich für einen zweiten, bewussten Blick – gerade Stückzahl, Kursgrenzen und das gewählte Wertpapier sind typische Stellen für Tippfehler.

Achtung

Nach der Ausführung lässt sich eine Order in aller Regel nicht mehr rückgängig machen. Prüfe deshalb insbesondere Wertpapier, Stückzahl und eine etwaige Kursgrenze noch einmal, bevor du die Order endgültig aufgibst.

Schritt 6: Ausführung und Abrechnung lesen

Wurde die Order ausgeführt, erhältst du eine Abrechnung – manchmal auch Kauf- oder Verkaufsbeleg genannt. Sie zeigt in der Regel den tatsächlichen Ausführungskurs, die Stückzahl, den Kurswert, die einzelnen angefallenen Kosten sowie den daraus resultierenden Gesamtbetrag. Die Abrechnung ist damit der Beleg dafür, was die Order am Ende wirklich gekostet hat – nicht nur, was vorab in der Ex-ante-Kosteninformation in Aussicht gestellt wurde.

Typische Fehler bei der ersten eigenen Order

Einige der häufigsten Fehler passieren genau in diesem technischen Ablauf: eine Market-Order bei einem wenig gehandelten Wertpapier, eine falsch eingegebene Stückzahl oder ein übersehener Kostenausweis. Eine vollständige Übersicht typischer Anfängerfehler – auch jenseits des reinen Kaufablaufs – bietet der Artikel Typische Anfängerfehler.

Chancen und Risiken, wenn du den Ablauf einmal verstanden hast

Den Kaufablauf verstehen: Chancen und Risiken (grundsätzliche Gegenüberstellung, keine Empfehlung)
ChancenRisiken
Weniger Unsicherheit und geringeres Risiko technischer Fehler, etwa bei Wertpapier, Stückzahl oder OrderartDas Verständnis des technischen Ablaufs verringert das Marktrisiko und mögliche Kursverluste nicht – diese bestehen unabhängig von jeder korrekt ausgeführten Order weiter

Merksatz

Ein Wertpapierkauf läuft immer nach demselben Grundmuster ab: Wertpapier eindeutig identifizieren, Handelsplatz und Orderart wählen, Ordermaske ausfüllen, Kostenausweis lesen, Order aufgeben, Abrechnung prüfen. Welches Wertpapier zu dir passt, entscheidest du unabhängig davon selbst.

Was du jetzt tun kannst

Wie du laufende Kosten wie Ordergebühr, Spread und TER schon vor der Order richtig einordnest, erklärt der Artikel Kosten beim Handel: Ordergebühr, Spread, TER. Wie ein Verkauf abläuft und was dabei steuerlich passiert, vertieft ein späterer Artikel im Bereich Broker & Depot dieser Website.

Quellen

Risiko

Geldanlage in Aktien und ETFs ist mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Diese Website vermittelt allgemeines Wissen — sie bietet keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlungen zu konkreten Produkten. Triff Anlageentscheidungen erst, wenn du sie selbst verstanden hast.

Keine Anlageberatung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar und berücksichtigt nicht deine persönlichen Verhältnisse. Die Entscheidung über eine Geldanlage triffst du eigenverantwortlich; ziehe bei Bedarf eine qualifizierte, zugelassene Beratung hinzu. Die Betreiberin/der Betreiber ist nicht als Finanzberater/in zugelassen.

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Über die Autorin/den Autor

Matthias Lamprecht

Privatanleger mit über 10 Jahren Erfahrung; schreibt aus Einsteiger-Perspektive.

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