Passende Aktien und ETFs finden
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Du hast dir Kriterien überlegt, nach denen du Aktien oder ETFs beurteilen willst – aber wo findest du überhaupt Wertpapiere, die du anschließend anhand dieser Kriterien prüfen kannst? Dieser Artikel zeigt dir, welche Werkzeugkategorien es dafür grundsätzlich gibt, wie du ein gefundenes Wertpapier eindeutig identifizierst und worauf du bei Tipps aus sozialen Medien und Foren achten solltest. Bewusst ohne Nennung einzelner Portale, Screener oder Broker: Diese Website erklärt Werkzeugkategorien allgemein, keine konkreten Anbieter.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst die Frage „Wonach suche ich?“ beantworten (eigene Kriterien, Rückverweis auf den Kriterien-Überblick) – dann erst nach passenden Aktien oder ETFs suchen, nicht umgekehrt.
- Vier grundsätzliche Werkzeugkategorien helfen bei der Suche: ETF-Suchportale/Filter, Aktien-Screener, Indexlisten als Ausgangspunkt und die Suchfunktion deines eigenen Brokers.
- Ein gefundenes Wertpapier identifizierst du eindeutig über ISIN oder WKN, nicht über den Namen allein.
- Eine Kaufidee aus einem Social-Media-Video oder Forum ersetzt keine eigene Prüfung anhand deiner eigenen Kriterien.
- Eine Suche lässt sich in vier Schritten ordnen: Ziel festlegen, Filter setzen, Treffer prüfen, Entscheidung treffen – die inhaltlichen Kriterien legst dabei du fest, nicht das Werkzeug.
Erst das Ziel, dann die Suche
Der häufigste Fehler bei der Suche nach Aktien oder ETFs ist, mit der Suche selbst zu beginnen – also erst ein Wertpapier zu entdecken und sich dann eine Begründung dafür zurechtzulegen. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: Zuerst legst du fest, wonach du überhaupt suchst, und erst danach nutzt du ein Werkzeug, um passende Treffer zu finden. Welche Kriterien dafür grundsätzlich infrage kommen – etwa Region, Branche, Unternehmensgröße oder bestimmte Kennzahlen –, ordnet der Artikel Aktien und ETFs beurteilen ein. Ohne eine solche vorherige Kriterienidee bleibt jede Suche im Grunde ein Zufallstreffer, den du im Nachhinein nur noch rationalisierst.
Vier Werkzeugkategorien für die Suche
Die folgenden vier Kategorien beschreiben grundsätzliche Funktionsweisen – unabhängig davon, welchen konkreten Anbieter du dafür nutzt. Diese Website nennt hier bewusst keine einzelnen Portale, Screener oder Broker (mehr zur Begründung im Artikel ETF auswählen: die Kriterien, der dieselbe Produktneutralität für die ETF-Auswahl selbst umsetzt).
ETF-Suchportale und Filterfunktionen
Zahlreiche Anbieter stellen kostenlose Suchoberflächen bereit, mit denen du ETFs nach Kriterien wie zugrunde liegendem Index, Kostenquote (TER), Fondsgröße, Replikationsmethode oder Ertragsverwendung filtern kannst. Diese Filterkriterien entsprechen weitgehend dem Prüfraster, das der Artikel ETF auswählen: die Kriterien im Detail erklärt – ein Suchportal ersetzt dieses Prüfraster nicht, sondern hilft dir nur, eine erste engere Trefferliste zu erhalten, die du anschließend selbst im Detail prüfst.
Aktien-Screener
Ein Aktien-Screener ist eine Suchoberfläche, mit der du aus einer großen Zahl börsennotierter Unternehmen nach bestimmten Kennzahlen oder Eigenschaften filtern kannst – etwa nach Branche, Region, Unternehmensgröße oder einzelnen Kennzahlen wie dem KGV. Welche Kennzahlen es gibt und wie du sie einordnest, erklären die Artikel Kennzahlen für Anfänger und – ganz wichtig als Gegenstück – Grenzen von Kennzahlen und Modellen. Ein Screener liefert dir nur eine gefilterte Liste von Treffern; er bewertet nicht, ob ein Unternehmen für dich geeignet ist, und trifft keine Kaufentscheidung.
Indexlisten als Ausgangspunkt
Manche Einsteiger:innen beginnen ihre Suche bei den in einem bekannten Index enthaltenen Unternehmen, etwa dem MSCI World oder dem DAX Beispiel zur Veranschaulichung — keine Empfehlung. , und nutzen diese Liste nur als groben Ausgangspunkt für die eigene weitere Prüfung. Das kann eine erste Orientierung geben, weil ein Index bereits eine gewisse Auswahl (etwa nach Unternehmensgröße oder Land) getroffen hat – ersetzt aber nicht die eigene Prüfung jedes einzelnen Unternehmens anhand deiner Kriterien. Was ein Index grundsätzlich ist und wie er zusammengesetzt wird, erklärt der Artikel Was ist ein Index?. „DAX“ und „MSCI World“ sind Marken der jeweiligen Indexanbieter; sie werden hier nur beschreibend als Beispiele verwendet, nicht um eine Verbindung zu diesen Anbietern nahezulegen.
Die Suchfunktion deines Brokers
Sobald du ein Depot eröffnet hast, bietet dir auch dein eigener Broker eine Suchfunktion, mit der du nach Wertpapieren suchen und direkt zur Order wechseln kannst. Sie ist oft der letzte Schritt in der Suche, nicht der erste: Erst wenn du über ein anderes Werkzeug oder eine Indexliste eine engere Auswahl getroffen hast, suchst du das konkrete Wertpapier bei deinem Broker, um es genauer zu prüfen und gegebenenfalls zu kaufen.
Ein Treffer, eindeutig identifiziert: ISIN und WKN
Hast du über eines der genannten Werkzeuge ein passendes Wertpapier gefunden, solltest du es nicht nur über den angezeigten Namen merken – Unternehmensnamen können mehrdeutig sein, etwa bei ähnlichen Firmennamen oder mehreren Aktiengattungen desselben Unternehmens. Eindeutig wird ein Wertpapier erst über seine ISIN (International Securities Identification Number) oder die in Deutschland gebräuchliche WKN. Notiere dir beim Suchen deshalb am besten direkt die ISIN oder WKN des Treffers – so gibst du später bei deinem Broker garantiert dasselbe Wertpapier ein, das du zuvor geprüft hast. Wie ISIN und WKN anschließend beim eigentlichen Kauf verwendet werden, erklärt der Artikel Kaufen Schritt für Schritt im Detail.
Warnung: Tipps aus sozialen Medien und Foren
Bei der Suche nach Aktien oder ETFs stößt du früher oder später auch auf Empfehlungen aus sozialen Medien, Foren oder von Bekannten. Eine solche Kaufidee zu übernehmen, ersetzt keine eigene Prüfung anhand deiner eigenen Kriterien – warum das ein typischer Anfängerfehler ist, erklärt der Artikel Typische Anfängerfehler ausführlich. Verstärkt wird dieses Risiko häufig durch psychologische Effekte wie Herdenverhalten oder FOMO (die Angst, eine Chance zu verpassen) – beide ordnet der Artikel Psychologische Fallen beim Geldanlegen ein.
Achtung
Ein Tipp aus einem Video, Forum oder von Bekannten kann dir höchstens einen Namen liefern, den du anschließend selbst prüfst – niemals eine fertige Entscheidung. Wenn du nicht in eigenen Worten begründen kannst, warum ein Wertpapier zu deinen eigenen Kriterien passt, fehlt dir eine tragfähige Grundlage für diese Position.
Der Suchprozess in vier Schritten
Die folgenden vier Schritte beschreiben einen möglichen, allgemeinen Ablauf – unabhängig davon, welches Werkzeug du dafür konkret nutzt. Sie sagen dir bewusst nicht, was du suchen sollst, sondern nur, in welcher Reihenfolge sich eine Suche sinnvoll ordnen lässt; die inhaltlichen Kriterien legst du selbst fest:
- Ziel festlegen: Wonach suchst du überhaupt – welche Kriterien aus dem Kriterien-Überblick sind dir wichtig (Region, Branche, bestimmte Kennzahlen, ETF oder Einzelaktie)?
- Filter setzen: Mit einem ETF-Suchportal, einem Aktien-Screener oder einer Indexliste als Ausgangspunkt engst du die große Auswahl auf eine überschaubare Trefferliste ein.
- Treffer prüfen: Jeden verbleibenden Treffer prüfst du einzeln anhand deiner Kriterien – bei ETFs mit dem Prüfraster aus ETF auswählen: die Kriterien, bei Aktien mit den Kennzahlen aus Kennzahlen für Anfänger und deren Grenzen.
- Entscheidung treffen: Passt ein Treffer zu deinen Kriterien, notierst du dir seine ISIN oder WKN und gehst zum eigentlichen Kaufablauf über – passt keiner, ist „aktuell nichts Passendes gefunden“ ebenfalls ein gültiges Ergebnis.
Werkzeuggestützte Suche: Chancen und Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| Filter- und Screening-Werkzeuge machen eine große Auswahl an Wertpapieren überhaupt erst überschaubar | Ein Filterergebnis wirkt schnell wie eine fertige Empfehlung, ist aber nur eine engere Trefferliste, die du noch selbst prüfen musst |
| ISIN/WKN sorgen dafür, dass du beim späteren Kauf garantiert dasselbe Wertpapier findest, das du geprüft hast | Tipps aus sozialen Medien oder Foren können wie eine Abkürzung wirken, ersetzen aber keine eigene Prüfung und bergen das Risiko unüberlegter Entscheidungen |
Merksatz
Erst das Ziel, dann die Suche: Werkzeuge wie ETF-Suchportale, Aktien-Screener, Indexlisten oder die Broker-Suche liefern dir nur eine engere Trefferliste – die eigentliche Prüfung anhand deiner Kriterien bleibt bei dir. Jeden Treffer identifizierst du eindeutig über ISIN oder WKN, und ein Tipp aus sozialen Medien ist höchstens ein Ausgangspunkt, niemals eine fertige Entscheidung.
Was du jetzt tun kannst
Die Checkliste am Ende des Artikels ETF auswählen: die Kriterien fasst das vollständige Prüfraster für einen gefundenen ETF zusammen; einen entsprechenden Kriterien-Überblick für Aktien und ETFs bietet Aktien und ETFs beurteilen. Eine Übersicht aller Checklisten und Rechner dieser Website findest du auf der Seite Checklisten beziehungsweise Rechner. Wie du ein gefundenes Wertpapier anschließend Schritt für Schritt kaufst, zeigt Kaufen Schritt für Schritt.
Quellen
- BaFin: Einmaleins der Geldanlage – allgemeine Verbraucherinformationen: erst die eigenen Ziele klären, Produkte nur bei eigenem Verständnis wählen, Anbieter und Produkte selbst prüfen. Abgerufen: August 2026.
- BaFin: Unseriöse Anbieter erkennen – Verbraucherhinweise zum Umgang mit Anlagetipps und Werbeversprechen aus dem Internet. Abgerufen: August 2026.
Risiko
Geldanlage in Aktien und ETFs ist mit Risiken bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Diese Website vermittelt allgemeines Wissen — sie bietet keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlungen zu konkreten Produkten. Triff Anlageentscheidungen erst, wenn du sie selbst verstanden hast.
Keine Anlageberatung
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar und berücksichtigt nicht deine persönlichen Verhältnisse. Die Entscheidung über eine Geldanlage triffst du eigenverantwortlich; ziehe bei Bedarf eine qualifizierte, zugelassene Beratung hinzu. Die Betreiberin/der Betreiber ist nicht als Finanzberater/in zugelassen.
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Über die Autorin/den Autor
Matthias Lamprecht
Privatanleger mit über 10 Jahren Erfahrung; schreibt aus Einsteiger-Perspektive.